Geschichte

Ein Marmoraltar aus dem Ostchor des Mainzer Domes, 1683 von Arnold Harnisch geschaffen, ist hier 1868 als Hochaltar aufgestellt worden. In Mainz mußte er mit zwei Nebenaltären (heute in Bodenheim) dem Chorumbau weichen. Zwischen zwei korinthischen Säulen zeigt das Altarbild des Holländers Johann Baptist de Ruel, der am Mainzer Hof wirkte, die Himmelfahrt Mariens. Im Dom bekrönte den Altar ein Marmoraufsatz mit einer Darstellung der »Heiligen Dreifaltigkeit«. Dieses Gemälde wurde in Lörzweiler in die Decke des Chors eingelassen. Gottvater und Gottsohn blicken darauf der Gottesmutter entgegen. Dem Altar wurde statt dessen ein „Lamm Gottes“ im Strahlenkranz aufgesetzt. Im Altargiebel prangt das Wappen des Domdekans Wolff-Metternich, der den Altar 1683 »in den Dom gestiftet« hatte. Die Erzengel St. Michael und St. Raphael über den seitlichen Durchgängen wurden 1895 dazugestellt.
Der leidende Christus und die »Schmerzhafte Mutter« (Maria) an der Längswand der Kirche sind wesentlich jünger als ihre Rokokokonsolen mit den Jahreszahlen 1760 und 1750. Um 1750 entstand aber die Figur der heiligen Klara unweit vom Eingang. An der inneren Giebelwand, wo zwei Emporen weichen mussten, hängt nun ein erhabener Kruzifixus zwischen drei Putten. Die hölzerne Kanzel am Triumphbogen rechts ist ein Meisterwerk des beginnenden 18. Jahrhunderts aus Mainz. Am Triumphbogen links erinnern Fragmente an die Vorgängerin der barocken Kirche: ein Fensterbogen der 1936 abgerissenen gotischen Sakristei mit dem Wappen eines Ritters von Saulheim und ein Wappen vom Grabmal der Barbara Haberkorn von Bellingen, die mit dem Ortsherrn Friedrich Hundt von Saulheim verheiratet war und 1591 starb.

Die bunten Betonglasfenster in der neuen Taufkapelle verbinden St. Michael und biblische Motive mit Lörzweiler und der heutigen Kirche, die im Fenster rechts unten zu erkennen ist. Ein schon 1303 erwähnter Königssitz, der 1525 urkundlich genannte Flurname »Auf dem Königsstuhl« und die Nähe der Krönungsstadt Mainz sprechen dafür, daß der Salier Konrad 2. im September des Jahres 1024 in der Lörzweiler Gemarkung zum deutschen König gewählt worden ist. Da erstreckt sich eine weite baumlose Fläche wie sie – »zwischen Mainz und Worms« liegend - der Hofkaplan Wippo als Augenzeuge beschrieben hat. Hier konnte sich der neue Herrscher auf steinernem Hochsitz von Tausenden huldigen lassen. Noch am gleichen Tag mußten Salbung und Krönung erfolgen. Erzbischof Aribo vollzog sie im Mainzer Dom. An dem barocken Sandsteinkreuz am Ende der Königsstuhlstraße führt der nach links abzweigende Weg zu einem Findling, der die Flur »Auf dem Königsstuhl« kennzeichnet und alljährlich beim »Königsstuhlfest« aufgesucht wird. Auf dem Hohberg, nördlich von Lörzweiler, haben die Einwohner ein Kreuz zum Dank dafür errichtet, daß in der Gemarkung niedergegangene Bomben das Dorf nicht getroffen haben. Weine der Einzellagen Hohberg, Königsstuhl und Ölgild sorgen für Stimmung und viele Gäste, wenn Lörzweiler seine Feste feiert.